Da liegt sie – regungslos, abgemagert, missachtet und zertreten wie eine aufgerauchte Zigarette. Dabei war sie so ein Star, solch ein Star in den Medien, wie kaum ein Wesen vor ihr. Die Schweinegrippe ist tot, sie starb den Medientod, als nicht ausreichend Menschen für sie den Allerwertesten zugekniffen haben. Es fing wirklich gut an. Letztes Jahr, erinnern sich noch alle? Da gab es in Mexiko, diesem geheimnisvollen, verruchten Land mehrere mysteriöse Todesfälle. Es sollte eine neue Krankheit sein – eine Killerkrankheit. Das alles war weit weg von uns in unseren netten Hütten und Plattenbauwohnungen. Doch dann -kabumm- war sie da. Ganz unvermittelt, klopft uns quasi der unabwendbare Tod an die Tür. Doch seine Killerfähigkeit hat sie wahrscheinlich am Zoll abgegeben. So ist das ja bei uns in Goog old Germany. Recht und Ordnung muss sein und so muss auch ein vermeintlich pandemische Ausmaße annehmendes Mega-Ultra-Fett-Heftig-Bildfindetesgeil-Virus seine Waffen abgeben.
Aber das juckte die Medien ungefähr so sehr wie Pietät beim Tod eines Menschen, oder die Privatsphäre eines »VIPs«. Also redete man uns halbstarken und vor allem leichtgläubigen Deppen-Bürgern ein, dass wir alle sterben müssten und vor allem Geld für eine lebenswichtige Impfung ausgeben müssten, wenn wir weiterleben oder keine unverantwortlichen Eltern sein wollten. Tjahaha, da hat man aber etwas kurz gedacht. Die ganze Blase um die Schweinegrippe ist nämlich ungefähr so schnell geplatzt, wie der Kragen von John McEnroe, wenn dieser ein Tennisspiel verlor. Und was macht man dann, wenn die Menschen nicht sterben und man weder Impfstoff, noch Anti-Grippe-Lebensmittel verkaufen konnte? Schweigen! Totschweigen das ganze Thema! Es ist unfassbar wie schnell das Thema unterging und wie es unter sämtliche Tische gekehrt wurde, die in der Bild-Redaktion so umher stehen. Eine Entschuldigung? Ein Schuldeingeständnis? Wenigstens ein Hinweis darauf, man habe überreagiert? Nix von alledem. Stattdessen wird so weitergemacht wie bisher. Man kann sich gar nicht ausmalen, wie viel Geld das die Krankenkassen und damit den Beitrag zahlenden Bürger gekostet hat, den Impfstoff zu produzieren, von dem von Anfang an klar war, dass ihn niemand haben wollte. Ich lass mir ja auch kein Zeug spritzen was nicht monate-/jahrelang geprüft wurde und keine fünftausend Testratten umgenietet hat. Wenn ich mir was spritzen lasse, dann bitte richtig, so mit belegten Studien, die in Fachmagazinen veröffentlicht werden, die der Otto-Normal-Impfkunde eh nicht liest.
Es ist eigentlich unheimlich witzig wenn man darüber nachdenkt, dass der Impfstoff sicherlich weggegangen wäre wie Avatar-3D-Brillen, hätte man im Bildschirmtext und auf Zeitungstiteln nicht ständig gelesen, der Impfstoff sei nicht ausreichend getestet. Wäre das nämlich der Fall gewesen, dann hätten sich die Menschen impfen lassen. Und es hätte Komplikationen gegeben. Und die Medien hätten drüber berichtet und die Regierung dafür verteufelt, dass sie die Bürger nicht gewarnt hat, nachdem die Medien Mist geschrieben hatten. Und das hätte Geld gemacht… Man mag es sich gar nicht ausmalen wie viele Millionen die Bremsspur-In-Ihre-Hose-Drücker auf den Chefsesseln in den Verlagen und anderen Unternehmen gemacht hätten. Aber nein, man hat das Gemeinschaftsprojekt Schweinegrippe ja vernachlässigt. Ob das für oder gegen die Medien spricht, ich weiß es nicht.
Ich zumindest bin enttäuscht, schwer enttäuscht… und warte gespannt auf den nächsten Killervirus. Diesmal bitte was mit malaysischen Mücken oder so. Die sieht man so schlecht.
