Da liegt sie – regungslos, abgemagert, missachtet und zertreten wie eine aufgerauchte Zigarette. Dabei war sie so ein Star, solch ein Star in den Medien, wie kaum ein Wesen vor ihr. Die Schweinegrippe ist tot, sie starb den Medientod, als nicht ausreichend Menschen für sie den Allerwertesten zugekniffen haben. Es fing wirklich gut an. Letztes Jahr, erinnern sich noch alle? Da gab es in Mexiko, diesem geheimnisvollen, verruchten Land mehrere mysteriöse Todesfälle. Es sollte eine neue Krankheit sein – eine Killerkrankheit. Das alles war weit weg von uns in unseren netten Hütten und Plattenbauwohnungen. Doch dann -kabumm- war sie da. Ganz unvermittelt, klopft uns quasi der unabwendbare Tod an die Tür. Doch seine Killerfähigkeit hat sie wahrscheinlich am Zoll abgegeben. So ist das ja bei uns in Goog old Germany. Recht und Ordnung muss sein und so muss auch ein vermeintlich pandemische Ausmaße annehmendes Mega-Ultra-Fett-Heftig-Bildfindetesgeil-Virus seine Waffen abgeben.
Aber das juckte die Medien ungefähr so sehr wie Pietät beim Tod eines Menschen, oder die Privatsphäre eines »VIPs«. Also redete man uns halbstarken und vor allem leichtgläubigen Deppen-Bürgern ein, dass wir alle sterben müssten und vor allem Geld für eine lebenswichtige Impfung ausgeben müssten, wenn wir weiterleben oder keine unverantwortlichen Eltern sein wollten. Tjahaha, da hat man aber etwas kurz gedacht.
