Mathies

Ende der Schweinegrippe

In Satire am 16. April 2010 um 15:01

Da liegt sie – regungslos, abgemagert, missachtet und zertreten wie eine aufgerauchte Zigarette. Dabei war sie so ein Star, solch ein Star in den Medien, wie kaum ein Wesen vor ihr. Die Schweinegrippe ist tot, sie starb den Medientod, als nicht ausreichend Menschen für sie den Allerwertesten zugekniffen haben. Es fing wirklich gut an. Letztes Jahr, erinnern sich noch alle? Da gab es in Mexiko, diesem geheimnisvollen, verruchten Land mehrere mysteriöse Todesfälle. Es sollte eine neue Krankheit sein – eine Killerkrankheit. Das alles war weit weg von uns in unseren netten Hütten und Plattenbauwohnungen. Doch dann -kabumm- war sie da. Ganz unvermittelt, klopft uns quasi der unabwendbare Tod an die Tür. Doch seine Killerfähigkeit hat sie wahrscheinlich am Zoll abgegeben. So ist das ja bei uns in Goog old Germany. Recht und Ordnung muss sein und so muss auch ein vermeintlich pandemische Ausmaße annehmendes Mega-Ultra-Fett-Heftig-Bildfindetesgeil-Virus seine Waffen abgeben.

Aber das juckte die Medien ungefähr so sehr wie Pietät beim Tod eines Menschen, oder die Privatsphäre eines »VIPs«. Also redete man uns halbstarken und vor allem leichtgläubigen Deppen-Bürgern ein, dass wir alle sterben müssten und vor allem Geld für eine lebenswichtige Impfung ausgeben müssten, wenn wir weiterleben oder keine unverantwortlichen Eltern sein wollten. Tjahaha, da hat man aber etwas kurz gedacht.

Schweinegrippe – Ein Medienstar #2

In Satire am 16. April 2010 um 14:36

Alter Eintrag. Veröffentliche ich, weil ich mich noch drauf beziehen möchte.

Vor einiger Zeit philosophierte ich über den neuen Medienliebling der Welt, die Schweinegrippe. Damals, da habe ich »vorgeschlagen« was man noch alles machen könnte, um diesen aufblühenden Star einer Krankheit so richtig profitabel auszunutzen.
Ohne zu viel Selbstbeweihräucherung (die verlockend erscheint): Ich habe Antiflue™ vorgeschlagen. Das Wundermittel um auch diese Galaxien bedrohende Killerkrankheit zu besiegen. Und natürlich, es musste ja sein. Jetzt (bald) ist er da, der Impfstoff. Natürlich reichlich unerprobt, mit nicht abgeklärten eventuellen Nebenwirkungen und womöglich gegen eine Gebühr.
Wundervoll. Die Marketingleute scheinen ihren Job an dieser Stelle tatsächlich fantastisch zu machen. Nicht nur, dass auf Expertenmagazinen wie der renommierten BILD angsteinflößende Meldungen à la “Wir werden alle sterben!” zu lesen sind, nein, auch das Fernsehen ist vollends Feuer und Flamme für dieses possierliche Vierchen.
Doch der kompletten Medienpräsenz stehen noch einige Hindernisse im Weg. Wie kann man denn, wenn eine Völker bedrohende Krankheit vor der Tür steht, über den Dienstwagen einer eingebildeten und dämlichen Politikerin berichten? Wie kann es sein, dass wir nicht ständig gewarnt werden, wo wir doch so kurz vorm Abnippeln sind? Es ist klar, da muss noch was getan werden.
Da sind solche Versuche, den Menschen zu erzählen, es gäbe nicht genug Impfstoff, schon ein beinahe fabulöser Anfang. Denn, 50 Millionen Einheiten? Bei 80 Millionen Einwohnern (von denen sich die Hälfte eh nicht impfen lässt, die anderen kein Bock haben, wieder andere nichts zahlen wollen, andere Babys sind, andere alt und gebrechlich sind…) kann das ja gar nicht reichen. Nie und nimmer. Pah.

Schweinegrippe – Ein Medienstar #1

In Satire am 16. April 2010 um 14:33

Alter Eintrag. Veröffentliche ich, weil ich mich noch drauf beziehen möchte.

Ich habe die Schweinegrippe, nein, eigentlich haben wir alle die Schweinegrippe. Zumindest sollten wir sie bald alle haben, schließlich wird das doch überall behauptet. Wir seien erstens verdammt schlecht vorbereitet, zweitens starben daran schon etliche Menschen und drittens überhaupt! Hey, es ist bis nach Deutschland gekommen, natürlich müssen wir alle sterben.
Außerdem wäre es jetzt total uncool zu sagen, wir hätten keine Schweinegrippe. Erst waren wir Papst und jetzt sind, ähm, haben wir die Schweinegrippe! Klingt auch super diese »Schweinegrippe«. Überhaupt hat diese Krankheit alles was sie braucht, um ein neuer Medienstar zu werden. Unbestätigte »Verdachtsfälle« und vor allem, ganz wichtig, Tote in Mexiko. Dort drüben, überm Atlantik. Das Gebiet was eh keiner kennt, von wo auch böse Schlangen kommen. Von da kann auch eine tödliche Krankheit kommen! Von da schwappen auch die ganzen Illegalen Auswanderer in die USA.
Die Marketingtour ist auch recht zügig ins Rollen gekommen. Erst waren es vereinzelte Krankheitsfälle, dann Tote, dann noch mehr und letztendlich über 100! Wie gerufen kam natürlich diese große Distanz: Erst wähnten sich alle in Sicherheit. »Mexiko, püh, das ist j a eh weit weg, ganz weit weg. Wahrscheinlich ganz woanders, das gibts garnicht.« Und dann, man mag es kaum glauben! Schwupps, es ist in Deutschland.
Dieser Schockmoment ist natürlich genau das, was die Marketingfutzis jetzt brauchten. Das Publikum ist gebannt und erwartet mit voller Spannung was als nächstes passiert. Wann sehen wir die ersten leidenden Kinder? Die ersten Flüchtlinge aus infizierten Gebieten?

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.